Lili D. Wood - #lustschloss Krimiroman

About Lili
Interview mit der Autorin durch Poker:

"Hey Lili, Girl! Ich freue mich dich zu treffen."

"Ich mich auch Poker! Danke, dass du mich besuchst."

"Ich habe mich dich etwas anders vorgestellt, so wild wie du schreibst. Wie bist du auf unsere Geschichte gekommen?"

"Wie muss man aussehen, um solche Bücher zu schreiben? Nun gut, vielleicht um so normaler man aussieht, so dreckiger die Fantasien? Nein. Die Idee ist nicht aus einer dunklen Neigung entstanden, sondern wegen einer Radiokritik an „50 Shades of Grey“ von E.L. James. Ich habe weder ihre Bücher gelesen noch die Filme gesehen. Ich saß morgens mit einem Kaffee neben dem Radio und hörte Radio Eins Brandenburg: Drei Männer, davon ein Moderator und zwei Buchkritiker machten sich über die Bücher, die Filme und den Hype lustig. Wie gesagt ich kann es selber nicht beurteilen! Sie nannten es Hausfrauenfantasien, langweilig und etwas für unerfahrene, gefrustete Frauen. Das machte mich zur einen Seite sauer, zur anderen belustigten mich diese Kerle. Nach ewigen Witzeleien sagte dann einer der Kritiker das, was mich dann anstachelte: Es wären im neuen Genre Erotik Krimi nur „Kinderbücher“ erschienen, ohne guten Sex, ohne wirklichen Thrill und immer das Gleiche. Seit Henry Miller und Charles Bukowski wären sowieso keine spannenden, harten Erotikbücher mehr herausgekommen. Ich dachte dann: Den Männern zeige ich es und fing am gleichen Abend im Dezember 2018 an, an #lustschloss – Der Engel“ zu schreiben.“

"Also war das Machoverhalten deine Schreibwut geweckt?"

"Ich habe einige Manuskripte angefangen, einen genrefremden Roman fertig in der Schublade. Es hat meinen Wunsch, Autorin zu werden, nicht geweckt, aber um einiges angestachelt. Ich hörte nicht mehr auf zu schreiben, meine Familie wollte schon eine Vermisstenmeldung herausgeben und Ende Dezember war die Rohfassung mit über achthundert Seiten fertig."

"Hammer Babe! Wie sind wir als Charaktere entstanden, Katarina, Miriam, der Baron, ich und nicht zu vergessen meine Cass?"

"Um ganz ehrlich zu sein: Zuerst habe ich Katarina als Grundidee aus einem anderen Manuskript von mir ausgekoppelt, sie als Instagramstar geformt. Sie musste gefrustet, fehlerbehaftet und unfassbar schön sein. Dazu nahm ich die Jahre alte Planung von Freundinnen auf, eine Menge Prosecci waren geflossen und am nächsten Tag war das Thema im Katerrausch verflogen gewesen, einen Fetischclub auf dem Lande aufzumachen. Nicht alle meiner tollen Freundinnen sind so langweilig wie ich, sondern ein paar gehen in Berlin genau in dieser Szene den Beruf nach. Also habe ich genug Anregungen für viele, viele Bücher. Der Rest der Protagonisten, inklusive Story, entwickelten sich beim Schreiben."

"Also sind bis auf die Schönheit alles ungeplante Geburten?"

"Ja Poker, sie ist der Engel, sie musste von mir geplant auf die Erde gesandt werden und ihr alle wurdet, so wie fast alle in echt, durch Zufall geboren. "

"Macht Sinn. Was verbindet dein Leben mit dem von Katarina? Oder gibt es eine andere Person im Buch, bei der du eine Parallele zu dir selber siehst?"

"Ich glaube, in allem kann man etwas von mir selber entdecken. Ich selber wäre in dem Roman eher der Sternekoch Mario. Ich neige dazu, im Beruf gut zu sein, koordiniert und herausragend. Im Privaten bin ich eher eine schusslige, ruhige und normale Frau. Das hat mich wohl leicht den Ehrgeiz entwickeln lassen, auch so frei heraus die harten Sexszenen und Story zu schreiben. Doch der Schwerpunkt, der für mich am wichtigsten ist, ist die Auseinandersetzung mit der medialen Welt. Ich habe einige Jahre in den USA als Grafikerin gearbeitet, einige Preise in einer Männerdomäne gewonnen. Ich kenne den Druck und das sich fast zur Selbstaufgabe selber Darstellen. So manch andere hat diesem Druck nicht standgehalten. Wenn dann noch im Privaten Identitäts- oder Genderprobleme dazu kommen, endet es oft in Zusammenbrüchen. Ich selber lebe in einer Heterobeziehung, doch mir ist dieses Thema durch viele Freunde sehr bekannt und ich konnte das miterleben. Also ist mir das Queersein, das absolut frei leben wichtig, was die sozialen Netzwerke zwar propagieren, aber die einzelne Person stark verletzen, wenn nicht sogar zerstören kann. Also hat die Romanserie auch einen ernsten Hintergrund."

"Dieses Thema wird ja gerade heiß diskutiert, speziell wegen Instagram. Gab es noch etwas das starken Einfluss auf das Buch, die Story genommen hat?"

"Es gibt etwas, was ich nicht einmal beeinflussen konnte, von ganz alleine kam und mich breit grinsen lässt: Wenn mein Kopf vom Schreiben rauchte, habe ich mir und ganz zum Schluss kannte ich alle Teile auswendig, die Hörbücher von Sherlock Holmes reingezogen, speziell zum Einschlafen. Es ist dadurch nicht verwunderlich, dass der Baron und du, Poker eine moderne, gewisse Ähnlichkeit in der freundschaftlichen und ermittlerischen Beziehung habt."

"Ist mir im zweiten Teil selber aufgefallen, Babe! Hast du dir ein Ziel gesetzt, wie viele Bände es geben wird? Gibt es von dir einen kurzen Ausblick auf das was noch kommt?"

"Dann kann ich noch einen weiteren Einfluss nennen: Stieg Larsson mit der Milleniumtriologie. Es ist nicht das Politische dahinter, jedenfalls nicht so offensichtlich, sondern das Direkte und Kompromisslose. Es werden noch viele wirklich harte Zeiten auf das Lustschloss zukommen und auf einige Charaktere. Neben noch mehr wirklich heißen Sex- und Fetischszenen wird es zu einigen Ermittlungen durch dich und dem Baron kommen. Darüber hinaus wird es im Hintergrund zu einem Rachefeldzug wegen des Falls um Eva kommen, der sich über alle Bände hinwegzieht. Der zweite Teil „#lustschloss – Der Galgen“ ist fertig. Der dritte Teil „#lustschloss – Das Messer“ ist halb geschrieben und das Konzept zu Teil vier „#lustschloss – Das Duell“ ist komplett notiert. Es wird also sehr spannend und scharf."

"Das klingt Hammer! Da freue ich mich darauf."

"Die LeserInnen bestimmt! Ob es dich freuen wird Poker, keine Ahnung."

"Höre auf, so dreckig zu lachen, Lili! Das ist nicht witzig."